Beckdorf/Varel - Der SV Beckdorf hat sich in dieser Saison für die Oberliga-Handballer der SG VTB/Altjührden zum Angstgegner entwickelt. Nach dem unerwarteten 22:22-Unentschieden zum Saisonauftakt in eigener Halle kassierten die Fiesen am Samstagabend im Rückspiel beim Team aus dem Landkreis Stade sogar eine 24:25-Niederlage.
Aus den sechs Spielen zuvor seit Ende Oktober hatten die Beckdorfer nur einen einzigen Punkt geholt und waren bis auf den drittletzten Tabellenplatz abgerutscht. Umso größer war nun die Freude auf SVB-Seite über die nächsten „Big Points“ im Abstiegskampf gegen die favorisierten Vareler. „Wir waren nicht von unserer eigenen Stärke überzeugt und nicht genügend fokussiert“, fand indes SG-Coach Patrice Giron nach dem Schlusspfiff eine erste Erklärung für die Pleite.
Aggressive Spielweise
Die jungen Beckdorfer, die auch noch ohne ihren Spielmacher und Shooter Leonard Klein antreten mussten, kauften den Varelern mit ihrem mental und körperlich aggressivem Spiel von Beginn an den Schneid ab. Altjührden ließ sich auf diese Taktik der Gastgeber ein und verwickelte sich immer wieder in unnötige Zweikämpfe. „Das hat den Gegner stark gemacht“, stellte Giron zerknirscht fest.
SV Beckdorf - SG VTB/Altjührden 25:24 (15:14)
SV Beckdorf Clever, Gobrecht, Manser, Gerkens 7, Matzen 2, Prigge 1, Benner, Kortstegge 2, Pfenning, Kahrs, Haberecht, Fürste 3, Jolitz 10/5, Mitleider.
SG VTB/Altjührden Legler, Schwagereit 1, Suttner – Deters, Menne, Zindler, Kalafut 7/1, Langer, J. D. Janßen 2, Thünemann 3, Straten 3, Bitter 5, Kamp 3/1.
Siebenmeter 5/8 Beckdorf – 2/5 SG VTB.
Strafminuten 12 Beckdorf – 12 SG VTB.
Stationen 1:3 (4. Minute), 4:5 (8.), 6:9 (15.), 11:11 (21.), 12:14 (27.), 15:14 (Hz.) – 16:17 (34.), 17:19 (41.), 19:20 (45.), 23:22 (52.), 24:23 (55.) 25:24 (Endstand).
Nächstes Spiel TuS Rotenburg - SG VTB/Altjührden (Samstag, 11. Februar, 18.30 Uhr).
Zwar brachten Kapitän Renke Bitter, Kevin Straten und SG-Keeper Finn-Luca Schwagereit die Vareler zunächst mit 3:1 in Führung (4.), doch anstatt in dieser Phase schon deutlich weiter wegzuziehen, ließ man Beckdorf wieder ins Spiel kommen.
Immer wieder war es der gefährliche Rückraum der Gastgeber mit Jonas Gerkens und Joscha Jolitz, den die SG-Defensive nicht in den Griff bekam. „Das war defensiv zu wenig“, ärgerte sich Giron, zumal der Fokus im Training gerade auf den Rückraumspielern der Beckdorfer gelegen hatte. Zur Pause führte die Mannschaft von SVB-Coach Robert Frahm mit 15:14.
Auch im zweiten Durchgang änderte sich das Bild nicht. Den Varelern fehlte weiter der Zugriff aufs Spiel, auch weil man zu wenig in diese Partie investierte. Nur Lukas Kalafut und Keeper Hendrik Legler erreichten Normalform.
Fehlende Zielstrebigkeit
Beckdorf hatte keine Mühe, die Begegnung weiter offen zu gestalten. Knapp zehn Minuten vor dem Ende brachte Jolitz, mit zehn Toren (davon 5 Siebenmeter) bester Schütze seines Teams, per Strafwurf den SVB zum 23:22 wieder in Führung. In der Schlussphase hatten die Vareler dann durchaus die Chance, das Ruder noch mal herumzureißen. Aber zwei klare Durchbrüche brachten im Abschluss keinen Treffer. Es fehlte die Zielstrebigkeit zum Tor. In der Schlussminute machte Jolitz per verwandeltem Siebenmeter den bei den heimischen Fans vielumjubelten Sieg der Beckdorfer perfekt.
„Wir haben unsere Erfahrung nicht genutzt. Mehr als Ansätze war nicht zu erkennen“, resümierte Giron enttäuscht. Bester Torschütze bei der SG VTB/Altjührden war Kalafut (7/1). Erst nach einer dreiwöchigen Spielpause kommt es zum nächsten Charaktertest für die Vareler. Dann geht es zum Tabellennachbarn TuS Rotenburg, wo ohne Backe gespielt werden muss.